Geschichte
Marianske Lazne, einst das mondene Zentrum Europas, berühmt geworden durch Johann Wolfgang Goethe und seine letzte Liebe Ulrika von Levetzow, heute eine Stadt im Park und ein Park in der Stadt, mit Dutzenden von Heilquellen. Marianske Lazne würde jedoch nicht existieren, wenn es nicht ein Trio hartnäckiger und fortschrittlicher Männer gäbe.
Der erste von ihnen war Dr. Johann Josef Nehr, der begann, die heilende Wirkung der hiesigen Quellen zu erforschen. Zur weiteren Entwicklung des Kurortes trug der Abt des Prämonstratenserklosters Karel Kašpar Reitenberger bei. Im Jahr 1812 setzte sich Abt Reitenberger für die Gründung einer eigenständigen Gemeinde Marienbad ein und begann mit dem Bau von Kurhäusern und Pavillons. Anfang der 1920er Jahre erlebte Marienbad einen großen Aufschwung.
Es war der letzte Mann, der eine der schönsten Gartenstädte Europas schuf: Václav Skalník verwandelte das unwirtliche und sumpfige Tal in einen "öffentlichen Badeplatz", was 1818 geschah. 1820 kam der deutsche Dichter Johann Wolfgang Goethe, der Marienbad berühmt machte, in die Stadt. Im Jahr 1823 hatte Johann Wolfgang Goethe hier seine späte Liebesaffäre und beschrieb diese unerfüllte Beziehung in seinem Gedicht Die Marienbader Elegie.
In den folgenden Jahren kamen immer mehr Gäste und der Ruhm und die Größe der Stadt wuchsen. Weitere bedeutende Persönlichkeiten (Fryderyk Chopin, Richard Wagner und Anton Bruckner) kamen nach Marienbad und 1865 wurde es durch ein Dekret von Kaiser Franz Joseph I. zur Stadt erhoben. Die Blütezeit von Marienbad war zwischen 1870 und 1914.
In dieser Zeit wurde die Stadt zum mondenen Zentrum Europas. Marianske Lazne wurde vom britischen Monarchen Edward VII, Friedrich Nietzsche, Franz Kafka, Mark Twain, Thomas Alva Edison, Pierre de Coubertin, Sigmund Freud, Louis Renault und vielen anderen besucht.
Auch nach dem Ersten Weltkrieg ebbte der Kurbetrieb nicht ab, und weitere namhafte Gäste wie Thomas G. Masaryk oder Eduard Beneš. Die Wirtschaftskrise nach 1929 brachte die Entwicklung der Stadt zum Stillstand. Während des Zweiten Weltkriegs war Marienbad eine Lazarettstadt - auch der deutsche Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass war hier zur Rekonvaleszenz.
In der Folge wird die deutsche Bevölkerung vertrieben und die Stadt versucht, an ihren früheren Ruhm anzuknüpfen. Es entstehen die ersten Wohnsiedlungen und Ferienanlagen. In den Sommersaisons wurden bis zu 40.000 Gäste untergebracht. Seit 1990 bemüht man sich um die Wiederherstellung des ursprünglichen Charakters der Stadt, ihrer Architektur, ihrer Parks und ihrer Gesamtatmosphäre.
Mariánské Lázně bewirbt sich derzeit zusammen mit 11 anderen Kurorten in Europa um den Status als UNESCO-Weltkulturerbe.